Fähren nach Korsika Moby Sardinia Ferries

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    12.) Gestern war die selbe Überfahrt noch billiger - yield management

    29.01.2002: Der EUROTUNNEL (Calais-Folkestone) macht es, und P&O-STENA-LINE (Calais/Zeebrugge-Dover) zog nach. Auch BRITTANY-FERRIES (diverse Routen zwischen Westfrankreich und England) versuchte sich daran, scheiterte jedoch. Und seit diesem Jahr versuchen sich auch P&O-NORTH-SEA-FERRIES (Rotterdam/Zeebrugge-Hull), sowie MOBY-LINES und CORSICA/SARDINIA-FERRIES, die beiden Marktführer im Bereich Korsika/Sardinien, daran.
    Die Rede ist vom "yield-management", einer neuen Methode zur Kalkulation der Tarife. So neu ist die aber nun auch wieder nicht - etliche Fluggesellschaften praktizieren dies schon seit einigen Jahren. Bei dieser Methode gibt es keine festen Tarife mehr, sondern nur noch einen Mindestpreis. Je nach Buchungsstand wird dieser ständig angepaßt. Ist die Auslastung also hoch, wird der Preis von einer Minute auf die nächste erhöht, bleiben die Buchungszahlen dagegen hinter den Erwartungen zurück, so wird weiterhin der Mindestpreis verlangt. Eine einzige zusätzliche Buchung kann bereits eine Preissteigerung auslösen - je nachdem, wie das "yield-management"-System genau konzipiert ist. Auch dies ist im Fährsektor nicht unbedingt eine Neuheit - so gab es schon immer Sondertarife, die "mit Kontingent" angeboten wurden, d.h. nur eine begrenzte Zahl von Plätzen steht auf jeder Abfahrt zu diesem Sondertarif zur Verfügung. Sind diese Plätze vergeben, so kann man auf dieser Abfahrt nicht mehr zum Sondertarif reisen und muß den Normaltarif buchen.
    Das Neue am yield-management ist jedoch die ständige, teils stufenlose Änderung der Tarife. So wird z.B. in den Tarifen der P&O-STENA-LINE veröffentlicht, daß ein PKW "ab EUR 286,--" bezahlt. Nun ist es jedoch so, daß z.B. auf Tagesabfahrten am Wochenende in der Hochsaison kein einziger Platz zu diesem Tarif zur Verfügung steht. Auf Nachtfahrten kann man dagegen diesen Tarif bekommen - wenn man rechtzeitig bucht. Sind z.B. 20 Plätze zu diesem Tarif verkauft, so steigt er beispielsweise auf EUR 298,--, nach weiteren 35 Buchungen z.B. auf EUR 311,-- usw.
    Sehr problematisch an dieser Preiskalkulation ist, daß der endgültige Tarif ausschließlich zum Zeitpunkt der Buchung feststeht. Reisebüros können keinerlei verbindliche Angebote mehr ausarbeiten, da bereits ein paar Stunden später der Tarif ein ganz anderer sein kann, als im Angebot genannt. Auch wer sich bei einer Reederei bzw. ihrem Generalagenten nach einem Tarif erkundigt, müßte sofort im Anschluß die Buchung durchführen, um diesen Tarif zu erhalten - am nächsten Tag kann es bereits zu spät sein.
    Meiner Auffassung nach dient diese neue Praxis insbesondere dazu, Preisvergleiche zu erschweren - man bekommt einen Preis genannt, ruft dann bei der Konkurrenz an, diese nennt einen höheren Preis, so daß man die erste Linie buchen möchte - und plötzlich ist bei der ersten Linie der vorher genannte Tarif bereits über den der Konkurrenz gestiegen... Teilweise geht das System sogar so weit, daß für sämtliche Abfahrten einer Linie nun komplett unterschiedliche Tarife gelten. So kann es z.B. bei SARDINIA-FERRIES Abfahrten zu einem günstigen Tarif "orange" (z.B. am Dienstag und Mittwoch) und einem weniger günstigen Tarif "gelb" (z.B. am Donnerstag) geben, für die unterschiedliche Mindestpreise gelten. Da jedoch dieser Tarif "orange" je nach Buchungsstand unterschiedlich weit gestiegen sein kann, gilt plötzlich auf der Abfahrt am Mittwoch ein höherer Tarif als auf der Abfahrt am Dienstag - obwohl beide Abfahrten zum Tarif "orange" ausgeschrieben wurden. Im Extremfall kann der Tarif auf der Abfahrt am Mittwoch sogar so weit gestiegen sein, daß diese inzwischen teurer ist, als die Abfahrt am Donnerstag (die den höheren Mindestpreis "gelb" hatte) - weil auf dieser die Buchungen z.B. zurückgeblieben sind und dort immer noch der Mindestpreis der Tarifstufe "gelb" verlangt wird, der jedoch niedriger liegt, als der inzwischen gestiegene Tarif "orange"... Alles klar?
    Dieses Verwirrspiel treibt MOBY-LINES endgültig auf die Spitze. Hier gibt es zunächst den sehr günstigen "Super-Pex"-Tarif. Dieser ist jedoch kontingentiert - sind alle Tickets zum "Super-Pex"-Tarif ausverkauft, muß man den höheren "Moby-Pex"-Tarif buchen. Auch dieser ist allerdings kontingentiert; ist auch der "Moby-Pex"-Tarif vergriffen, bekommt man den "best-price"-Tarif, der nochmals höher als der "Moby-Pex"-Tarif liegt. Dieser Tarif unterliegt jedoch dem yield-management, so daß er je nach Buchungslage weiter steigen kann; ferner ist er ebenfalls kontingentiert. Und schließlich gibt es noch einen "Normaltarif", der gleichzeitig die Obergrenze des best-price-Tarifes markiert und der berechnet wird, sobald keine "best-price"-Tarif-Plätze mehr zur Verfügung stehen. Gleichzeitig gibt es noch ein Angebot, das eine 50%-Ermäßigung auf den Rückfahrttarif des Fahrzeuges gewährt, jedoch nur dann, wenn die Rückfahrt zum "best price"-Tarif gebucht werden kann und nicht zum Normaltarif gebucht werden muß. Außerdem ist zu berücksichtigen, daß die Tarife "Super-Pex" und "Moby-Pex" nur für ein Fahrzeug (bis 5m lang / bis 2,2m hoch) plus zwei Personen gelten - weitere Personen oder Anhänger müßten zum "best-price"-Tarif oder - falls nicht mehr möglich - zum Normaltarif hinzugebucht werden. Fahrzeuge, welche die angegebenen Maße überschreiten, müssen dagegen zum "best-price"-Tarif oder zum Normaltarif gebucht werden. Außerdem gelten die "Moby-Pex"- und "Super-Pex"-Angebote nicht für Abfahrten an den Tagen Samstag und Sonntag. Blickt jetzt noch jemand durch, was er im Endeffekt bezahlt? Nein? Dann hat MOBY-LINES genau das erreicht, was vermutlich hinter dem ganzen Verwirrspiel steckt: Der wahre Preis für eine Abfahrt wird verschleiert... Und wie soll man einen solchen Tarif mit dem der Konkurrenz von SARDINIA-FERRIES vergleichen, bei denen ein "Jackpot"-Sondertarif angeboten wird, welcher je nach Abfahrtstermin vier unterschiedliche Mindestpreisniveaus annehmen kann, die jedoch dann wiederum je nach Buchungslage durch yield-management auf mehrere unterschiedliche Niveaus angehoben werden können, gleichzeitig jedoch ebenfalls kontingentiert sind, so daß - wenn der Jackpot-Tarif vergriffen ist - wieder der Normaltarif, der hier jedoch ebenfalls vier unterschiedliche Niveaus ausweist, zur Anwendung kommt? Die Werbeaussage in der MOBY-LINES-Broschüre "Best-Price ist der Tarif, der alle zufrieden stellt. Genau wie Moby" kann man da wohl nur noch ironisch betrachten...
    Ein Lichtblick bleibt: Nach bisherigen Erfahrungen vergrault man sich auf dem deutschen Markt mit yield-management die Kunden. Es ist ein offenes Geheimnis, daß EUROTUNNEL und P&O-STENA-LINE auf dem deutschen Markt Kunden an die Konkurrenz von HOVERSPEED und SEAFRANCE verloren haben, die weiterhin festgeschriebene Tarife anbieten. Nicht umsonst ist z.B. auch BRITTANY-FERRIES nach zwei Jahren yield-management wieder zu fixierten Tarifen zurückgekehrt. Aussage: "Es ist dem deutschen Kunden nicht zu vermitteln, daß er nach zwei Wochen DM 150,-- mehr für eine Überfahrt bezahlen soll, als man ihm anfangs angeboten hat". Da bleibt nur zu hoffen, daß sich auch MOBY-LINES und CORSICA/SARDINIA-FERRIES auf dem deutschen Markt eine blutige Nase holen. Da es sich jedoch hierbei um die beiden Marktführer im Korsika-/Sardinien-Geschäft handelt, habe ich eher das Gefühl, daß wir uns hier auf eine Ausbreitung des yield-management einstellen müssen...
    Update 25.01.2003: Im Jahr 2003 gab es nur leichte Ausbreitungen des yield-management: So berechnet nun der gesamte P&O-Konzern mit Ausnahme von P&O-IRISH-SEA flexible Tarife und auch BRITTANY-FERRIES ist erneut auf flexible Preise umgeschwenkt. Auch MOBY-LINES hat das System auf alle Strecken erweitert, da man letztes Jahr damit höchst zufrieden war ("Best-price ist der absolute Renner!"), nicht ohne es jedoch weiter zu komplizieren (zu den o.g. Tarifen gibt es jetzt noch den "Winterpex" und den "Tag und Nacht PEX", jedoch gilt der Winterpex nicht freitags auf der Fähre Livorno-Olbia, und beide Tarife sind nur dann buchbar, wenn "best-price" noch buchbar ist, jedoch auch dann nur mit begrenztem Kontingent; außerdem finden sich merkwürdige Nebenbedingungen wie "Wenn best price um 10:00 oder 22:00 Uhr nicht mehr zur Verfügung steht ist der Tarif ab Varco Galvani immer günstiger. Zur Zeit nur für Camper und Großfahrzeuge". Ergebnis: jetzt kapiert endgültig keiner mehr, was er zahlt...). Aus diesem Grunde habe ich eine eigene Seite mit Informationen zu den Linien nach Korsika und Sardinien veröffentlicht.
    Update 31.01.04: Im Jahr 2004 wurden jetzt auch bei DFDS-SEAWAYS Tarife nach yield-management eingeführt. Dafür hat SARDINIA-FERRIES sein yield-management-System etwas vereinfacht: Hier gelten nun ausschließlich für den Fahrzeug-Grundpreis flexible Preise; Personen und Zuschläge werden nach einem festen System berechnet. Die Konkurrenz von MOBY-LINES hat dagegen das System weiter verkompliziert: Neben den bereits existierenden Tarifen "Winter-PEX", "Moby-PEX", "PEX", "Tag-und-Nacht-PEX" und "Super-PEX", sowie natürlich "best-price" und Normaltarife in verschiedenen Stufen, gibts jetzt auch noch den - natürlich stark kontingentierten - "Autotarif"...

    Weiterführende Links:
    Fähren nach England P&O Eurotunnel SeafranceZu den fixen(!) Spezialtarifen nach England von WICON-Touristik
    Fähre England Sardinien Sardinia FerriesZur Tarifabfrage für bestimmte Fährlinien
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