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  • 11.) Ärger für Minivans - zur Tarifkalkulation der Fährgesellschaften

    25.07.2001: Seit einigen Jahren sieht man sie zunehmend im Straßenverkehr, und natürlich sind sie auch das optimale Ferienauto für Familien, da sie viel Platz bieten - die Rede ist von Minivans. Ob Renault Espace, VW Sharan oder Toyota Previa - es handelt sich um Fahrzeuge, die meist etwas größer sind als normale PKW. Aufgrund der zunehmenden Anzahl dieser Fahrzeuge stellte sich natürlich auch für die meisten Reedereien die Frage, welcher Tarif für diese Fahrzeuge zur Anwendung kommt - bislang kannte man schließlich nur "PKW" oder "Wohnmobil". Und hier griffen manche Reedereien zu einem gegenüber dem Minibus-Kunden eher unfairen Mittel - aber dazu unten mehr...
    Grundsätzlich gilt, daß die Fahrzeugmaße (Länge und Höhe) für den Tarif ausschlaggebend sind. Das ist auch sinnvoll: Je länger ein Fahrzeug ist, umso mehr Lademeter benötigt es auf der Fähre, bzw. umso weniger Fahrzeuge passen auf die Fähre - da ist es nur fair, für längere Fahrzeuge einen höheren Tarif zu fordern. Und das selbe gilt für die Höhe: Auf den Schiffen gibt es meist unterschiedlich hohe Decks - meist ein Deck bis ca. 1,70-2m Höhe, und ein weiteres für höhere Fahrzeuge (manchmal allerdings zusätzlich Zwischendecks mit 2,5-2,6m Höhe). Daß ein Platz auf einem höheren Deck teurer ist, macht ebenfalls Sinn, da der Platz für überhohe Fahrzeuge knapper ist (ist das niedrige Deck voll, kann man auch niedrigere Fahrzeuge auf dem höheren Deck unterbringen, was umgekehrt nicht klappt). Grundsätzlich halten sich die meisten Fährgesellschaften auch an dieses Schema - da gibt es z.B. bei COLOR-LINE einen Tarif für Fahrzeuge bis 5m Länge und 2m Höhe. Anschließend wird ein (einmaliger) Zuschlag für Höhe bis 2,30m, bis 2,60m oder über 2,60m verlangt. Und für jeden Meter über 5m Länge kommt ebenfalls ein Zuschlag hinzu. Allerdings gibt es auch hier teils Ungerechtigkeiten: Ist aus Vereinfachungsgründen noch gut zu verzeihen, daß ein Fahrzeug mit 5,10m Länge und 5,99m Länge den selben Tarif, ein Fahrzeug mit 6,01m Länge jedoch mehr bezahlt (irgendwo muß man die Grenze eben ziehen), so ist z.B. das Tarifsystem bei DFDS-SEAWAYS für überlange Fahrzeuge nicht mehr nachzuvollziehen. Hier gilt z.B. auf der Strecke Cuxhaven-Harwich für Wohnmobile mit beliebiger Höhe und bis 6m Länge in der Hochsaison ein Tarif von DM 456,-- hin und zurück (alle Regelungen und Tarife in diesem Text beziehen sich auf das Jahr 2001). Überschreitet das Fahrzeug jedoch 6m Länge, wird ab dem 1. Meter ein Tarif von DM 160,-- pro Meter berechnet - bei einem zwischen 6 und 7m langen Fahrzeug macht das DM 1.120,--! Kurz: Der eine Meter, um den das Fahrzeug die 6m Grenze überschreitet, kostet sage und schreibe DM 664,--!!! Das ist nicht nachzuvollziehen - zwei 6m lange Fahrzeuge wären mit 2xDM 456,-- = DM 912,-- günstiger und würden sowohl mehr Platz einnehmen, als auch doppelten Ticketing- und Check-In-Aufwand verursachen. Ein ähnlicher Fall ist SILJA-LINE: Hier wurde bis Anfang 2001 ein PKW mit Anhänger als zwei getrennte Fahrzeuge betrachtet - in der Nebensaison waren das dann z.B. 2x DM 150,-- = DM 300,-- pro Strecke. Nun ist man dazu übergegangen, ein solches Gespann als EIN Fahrzeug mit z.B. 10m Länge zu betrachten. Da solche Fahrzeuge jedoch überproportional teurer sind, bezahlt man für das selbe Gespann plötzlich DM 650,-- - mehr als doppelt so viel wie zuvor!
    Endgültig ungerecht wird es an der Stelle, an der auch noch der "Charakter" des Fahrzeugs in die Preisberechnung eingeht (lediglich ein Unterschied zwischen Privat-Reiseverkehr und kommerziellem Frachtverkehr ist aufgrund unterschiedlicher Abwicklungsmodalitäten noch nachvollziehbar). Kann man NORFOLK-LINE noch verstehen, wenn es nur einen Einheitstarif für "PKW" und einen anderen für "Wohnmobile" gibt, da man sich möglichst nicht mit Preisabstufungen nach Metern herumschlagen will und Höhenzuschläge aufgrund einheitlicher Deckhöhe bei dieser Linie keine Rolle spielen (aber man für das Fahrzeug, das mehr Platz einnimmt, verständlicherweise einen höheren Tarif fordern will), ist der bereits oben erwähnte Minibus neuerdings zum Objekt der Abzocke bei diversen Fährgesellschaften geworden. Mit seinen Maßen liegt er i.d.R. irgendwo zwischen PKW und Wohnmobil - allerdings gibt es z.T. auch relativ kleine Minivans. So ist z.B. der Chrysler Voyager nur 4,52m lang und 1,67m hoch und liegt daher mit seinen Maßen irgendwo in der Gegend des VW Passat. Etliche Fährgesellschaften berechnen nun den Tarif für Wohnmobile auch für Minibusse - egal, wie groß der Minibus ist. So verlangt beispielsweise MOBY-LINES in der Hochsaison DM 212,-- für PKW bis 4m Länge, DM 268,-- für PKW bis 5m Länge, und DM 67,-- pro Meter für alle Fahrzeuge, die über 1,85m hoch sind. Und nun kommt die Ungerechtigkeit: Alle Fahrzeuge, die Minibusse, Wohnmobile, Camper oder Anhänger sind, werden auch zu diesem ungünstigeren Meter-Tarif abgerechnet - egal wie hoch sie sind! Oben genannter Chrysler Voyager würde so also DM 67,-- x 5 = DM 335,-- bezahlen - DM 67,-- mehr als ein PKW gleichen Ausmaßes. Ein größerer Mercedes 450S (4,99m lang / 1,82m hoch) kommt dagegen zum PKW-Tarif von EUR 268,-- weg. Ist das gerecht? Die Antwort mag jeder Leser selbst finden... Allerdings findet sich die Regel "Minibusse zahlen Wohnmobil-Tarif, unabhängig davon, welche Maße sie haben" bei zunehmend mehr Fährgesellschaften. Es wäre überhaupt nichts gegen einen Zuschlag für Minibusse, welche die kritische Höhe von 1,85m überschreiten, zu sagen - diese müssen schließlich auf ein höheres Deck. Aber wieso soll ein Minibus, der zwischen den geringer tarifierten PKWs parkt, mehr bezahlen?
    Ein gerechtes Tarifsystem setzt Voraus, daß der Tarif eines Fahrzeugs ausschließlich durch seine Ausmaße bestimmt wird - egal ob es PKW, Minibus, Van, Wohnmobil, Camper, Gepäckanhänger, Ksaxxxwurzgfn oder sonstwie heißt. Denn nichts anderes ist für die Auslastung der Fähre interessant. Die meisten Fährgesellschaften in Skandinavien gehen hier mit gutem Beispiel voran - da zählen nichts anderes als die Maße. Aber wenn es in anderen Gebieten die Konkurrenz es nicht anders macht, warum sollte man dann auf den Strafzuschlag für Minibusse verzichten...

    Weiterführende Links:
    Fähre Fähren Minivan Skandinavien DFDSTarifabfrage für bestimmte Fähren
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